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Andacht April / Mai 2011

Liebe Leserin, lieber Leser,

in unserer Zeit wird oft von Werten gesprochen, die unser Dasein bestimmen. Tatsächlich haben wir in Deutschland einen gewissen Wohlstand, Freiheit der Meinung und der Religion, ein umfangreiches Gesundheitssystem und ein am Recht orientiertes Staatswesen. Für uns stellen diese Dinge feste Werte dar, die wir nicht missen möchten. Doch ist das alles nicht perfekt, denn unser Wohlstand ist bedroht durch fehlende Ordnungen im Wirtschafts- und Finanzsystem; unsere Freiheiten könnten bald eingeschränkt sein, weil wir zu „gläsernen Menschen“ gemacht werden; unser Gesundheitssystem kann unsere Sterblichkeit nicht verhindern und unser Recht schafft nicht immer Gerechtigkeit. Dazu kommen Bedrohungen für uns und unser Leben durch Kriege und die Zerstörung unserer Umwelt. Alle diese Werte sind irdisch und deshalb vergänglich – wir können sie verlieren. Aber auch unsere ethischen Werte werden immer wieder beschädigt.

Nun höre ich bei Konfirmationen oder anderen festlichen Gelegenheiten häufig einen Denkspruch, der Werte für unsere Zukunft vorgibt:
„Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die Größte unter ihnen.“ (1.Korinther 13, 13)
Mit diesen Worten fasst der Apostel Paulus in seinem Brief an die Korinther sein Kapitel über die Liebe zusammen und zählt das auf, was Bestand hat. Was hat es damit auf sich? Zunächst kommen dann doch Einwände:
Glauben ist nicht Wissen, wer einfach etwas glaubt, ist naiv. Die Hoffnung stirbt zuletzt, wir hoffen immer dann, wenn etwas aussichtslos ist. Und die Liebe wird oft genug auf geschlechtliche Aktivitäten reduziert oder als ein zeitlich begrenztes Gefühl missverstanden.

Was bleibt uns nun wirklich? Zunächst hat unser Glauben, Hoffen und Lieben eine Menge mit unserer Beziehung zu Gott zu tun: Diese Beziehung ist sehr persönlich. Wir glauben nicht an eine religiöse Lehre, sondern an den Lehrer, eben den dreieinigen Gott. Es geht nicht so sehr um Wissen, es geht um ein liebendes Erkennen zu Gott hin. Unser Hoffen richtet sich auf Gott und das, was Jesus Christus für uns getan hat: Er ist für uns auf diese Erde gekommen und hat dort als Mensch gelebt, er ist für uns gestorben, durch die Hölle gegangen und auferstanden. Er ist Herr über Leben und Tod. Ist er auch unser Herr? Die Liebe war und ist das Leitmotiv für das Leben und Sterben Jesu Christi auf dieser Erde. Damit macht er uns das Angebot, unser Leben durch die Vergebung unserer Schuld auf einen guten Weg zu bringen.

Glaube, Hoffnung und Liebe sind Werte, die unsere Gefühle und unser Tun bündeln: Dabei beten wir zu Gott, wir singen und spielen ihm in guten und schweren Tagen. Der Klang unserer Stimmen und Instrumente lobt Gott, wir drücken damit unsere Freude und unsere Trauer aus. Und wir können damit unseren lebendigen Gott bezeugen.

Liebe Leserin, lieber Leser, beten und singen Sie - zuhause, in einer Gruppe oder im Chor - denn solange wir beten und singen sind wir nicht arm. Die Zeit der Feste, der beginnende Frühling und Menschen aus Ihrer Gemeinde laden Sie dazu ein.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen gesegnete Festtage und eine gute Frühlingszeit.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Hans-Dieter Klocke


Archiv der Andachten

Die Andachten der vergangenen Monate können Sie [hier] noch einmal nachlesen.



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