Liebe Leserin, lieber Leser,
mit den fallenden Blättern des Herbstes wird unsere Welt zunehmend grau
und dunkel. Wir fühlen uns gelegentlich matt, unsere mehr oder weniger
großen Beschwerden melden sich. Empfindsame Menschen verlieren oft
ihren Lebensmut. Dabei können viele von uns auf gute Leistungen und
Erfolge zurückblicken. Trotzdem will nicht immer so rechte Freude
aufkommen, denn ehrliche Arbeit wird in unserem Wirtschafts- und
Finanzsystem oft gering geachtet und schlecht entlohnt. Auch die Arbeit
der "Ehrenamtlichen" in unserer Gesellschaft wird gelegentlich für
Haushaltszwecke missbraucht. Dabei sollte doch ein gemeinsames Ziel, ein
Projekt oder einfach die Hilfe an Bedürftigen das Maß der Dinge sein.
In den Glaubenswerken der christlichen Gemeinschaften ist der
unentgeltliche Dienst am Nächsten eine Säule in der Arbeit für Gottes
Sache. Jesus Christus ist auch heute noch der Herr über eine riesige Schar
von Menschen, die mit Wort und Tat, aber auch im persönlichen Opfer
seine Botschaft in unsere Welt hinaustragen: als hauptberufliche oder
ehrenamtliche Mitarbeiter.
Aus der Zeit, als Jesus in Menschengestalt auf dieser Erde lebte, wird
etwas berichtet, was für uns ein Maßstab ist: Jesus hatte seine Anhänger
besonders bevollmächtigt, böse Geister zu vertreiben. Nach der Aktion
berichten sie davon voller Begeisterung. Aber Jesus gibt ihnen eine merkwürdige
Antwort, er klärt die Prioritäten (vgl: Lukas 10, 20): "...darüber
freut euch nicht, dass euch die Geister untertan sind. Freut euch aber, dass
eure Namen im Himmel geschrieben sind."
Jesus gibt das Ziel des Lebens an, dieses Ziel ist wichtig bei all unserem
Tun. Was ist unser Ziel? Haben wir ein Visum für den Himmel? Oder liegt
gegen uns etwas vor, was unsere Einreise verhindert? Hat Jesus dieses
Hindernis - unsere Schuld - getilgt? Das ist doch letztlich die Frage, nicht
nur zum Ewigkeitssonntag: Wohin geht Ihre, wohin geht meine letzte
Reise?
Liebe Leser/innen, anlässlich dieser hundertsten Ausgabe von "Wir in S"
gestatten Sie mir eine persönliche Aussage: Wir möchten Ihnen einen
guten Gemeindebrief in die Hand geben. Wir möchten ihn nach unseren
Möglichkeiten ansprechend und mit guten Inhalten gestalten.
Für mich selbst sage ich: Alles, was ich an Talenten für dieses Tun habe,
sind Gaben Gottes. Die gute Idee und der plötzliche Einfall sind es ebenfalls.
Von mir kommen nur der Fleiß und die Absicht, Ihnen etwas
Wertvolles zu schreiben. Dabei spüre ich immer wieder einmal das mir die
Feder geführt wird. Das gute Wort, die richtige Formulierung sind plötzlich
da. Natürlich, ein Lob tut gut, doch ich weiß, dass alle Ehre Gott gebührt.
Entscheidend ist für mich aber, dass mein Name im Himmel geschrieben ist.
Für die nun beginnende dunkle Zeit wünsche ich Ihnen Gottes Geleit und
Segen. Und in schweren Stunden den Trost Jesu (vgl:Johannes 16,22):
"Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz
soll sich freuen...".
In diesem Sinne grüße ich Sie.
Ihr Hans-Dieter Klocke