+   
   Gemeinde   
   Service   
 
  drucken
 
  Startseite     
  Impressum     
  Veranstaltungshinweise     
  Andacht     
  Anstöße     
  Berichte     
  Blick über den Tellerrand     
  Freizeiten     
  Thema     
  über uns     
  Gruppen     
  Reformiert?     
  Unsere Kirche     
  wo Sie uns finden     
  allgemeine Informationen     
  Gottesdienst-Kalender     
  Kirchbus-Fahrplan     
  Archiv     
  Kontakt     
  Podcast     
  Links     
  Losung der Herrnhuter Brüdergemeine     
 

Andacht Dezember 2007 / Januar 2008

Liebe Leserin, lieber Leser,

ein junger Mann sitzt am Bahnsteig und wartet. Seine Augen sind geschlossen. Arme und Hände sind verschlossen, der Oberkörper leicht gebeugt. Neben ihm steht die Reisetasche. Der junge Mann macht einen nachdenklichen Eindruck. Was geht ihm durch den Kopf? Wohin sind seine Gedanken unterwegs? Ich weiß es nicht. Da fällt mein Blick auf die Anzeigentafel am Bahnsteig. Unwillkürlich muss ich schmunzeln. Statt Fahrtziel und Abfahrtszeit lese ich: „Josef, fürchte dich nicht! Bleib bei Maria. Ihr Kind ist von Gott.“

Ja, das wäre schön, denke ich spontan, wenn ich Gottes Wort so klar und unübersehbar in meinem Alltag begegnen würde. Gottes Wort mir wieder auf die Sprünge hilft, wenn ich den roten Faden meines Leben verloren habe. Mir den guten Weg weist, wenn ich nicht weiß, was ich (zuerst und zuletzt) tun soll. Und die Advents- und Weihnachtszeit ist ja trotz der vielen Termine insofern immer noch eine besinnliche Zeit, als ich an die wichtigen Punkte meines Lebens erinnert werde. Was wünsche ich mir für mein Leben? Wofür setze ich mich ein- mit meiner Zeit und meinem Geld? Mit welchen Menschen bin ich verbunden? Wie sieht meine Beziehung zu Gott aus? All dies sind Fragen, die ich nicht einfach beiseite schieben kann, sondern die mich vor eine Entscheidung stellen. So wie Josef zunächst wegen des Kindes Maria verlassen wollte. Schon allein der Gedanke an die Verantwortung für eine Familie überstieg seine Vorstellungen. Und doch vertraute er letztendlich den Worten Gottes und blieb bei Maria.

Auch wenn ich nicht in der gleichen Situation wie Josef bin, möchte ich mir angesichts all der noch offenen Fragen meines Lebens diese Zusage Gottes bewahren: „Fürchte dich nicht.“ Diese Zusage brauche ich angesichts all dessen, was auf mich zukommt an Herausforderungen und Aufgaben, an schweren Entscheidungen und ungewissen Wegkreuzungen. Sie gilt mir, dass ich nicht vorschnell die Flucht antrete, eine Sache oder einen Menschen aufgebe und mich von ihm oder ihr trenne, wenn die Dinge anders laufen als geplant. Sie gibt mir die Kraft, Verantwortung zu übernehmen, auch wenn mir alles im ersten Moment zu groß vorkommt. Sie öffnet mir die Augen, mehr zu sehen, als offensichtlich ist. Sie gibt mir die Hoffnung, anderen und auch mir selber immer wieder einen neuen Anfang zu schenken. Sie öffnet mein Herz, dass Barmherzigkeit und Liebe ihren Raum finden.

„Fürchte dich nicht, denn dir ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus. Gott ist Mensch geworden- dir zu gute.“ Aus diesem guten Grund feiern wir Weihnachten. Feiern wir Weihnachten auch, wenn uns nicht danach zumute ist. Denn wir brauchen diese frohe Botschaft Gottes für unser Leben- jedes Jahr aufs Neue!

Ihnen allen eine besinnliche Adventszeit, ein fröhliches Weihnachtsfest und ein glückliches neues Jahr 2008,

Ihre Pastorin Claudia Schreiber


Archiv der Andachten

Die Andachten der vergangenen Monate können Sie [hier] noch einmal nachlesen.



Programmierung und Webdesign: Tobias Spilling