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Andacht Oktober / November 2009

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Sommer ist vorbei, unsere sommerlichen Veranstaltungen V und Feiern sind Geschichte. Inzwischen denken wir an den Erntedank, aber auch schon an unsere Gedenktage Volkstrauertag V und Ewigkeitssonntag und damit an Zeit und Ewigkeit. Wir schauen zurück auf den Besuch unserer Freunde aus Nikolajev und das Jubiläum zum 70-jährigen Bestehen unserer Kirchengemeinde. Wir hatten schöne, segensreiche gemeinsame Stunden und Tage. T Aber was bleibt uns davon? Was empfinden wir heute? Was glauben wir?

Unsere Kirchengemeinde wurde im Jahre 1939 gegründet. Es waren schwere Zeiten, denn die praktizierenden Christen sahen sich Verfolgungen und Verdächtigungen ausgesetzt. Trotzdem T schlossen sich unsere Vorfahren im Glauben, die in christlichen Vereinen und Singgemeinschaften tätig waren, zusammen im Vertrauen auf das Wort Gottes. Als sie dann später eine eigene Kirche bauten, meißelten sie in den Grundstein einen Texthinweis T der Bibel: aus „1. KOR 3,11“. Dort steht: „Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus“. Es ist eine der vielen Glaubensspuren der Väter und Mütter unserer Gemeinde, die heute noch erfahrbar sind.

Unserer Partnergemeinde, der Heilandsgemeinde in Nikolajev, Nikolajev erging es schlechter: In ihrer 157-jährigen Geschichte hatte sie unter der kommunistischen Herrschaft 70 Jahre lang so etwas wie eine Wüstenwanderschaft zu überstehen. Zu der Gewaltherrschaft Josef Stalins kamen in den Zeiten des großen Krieges noch die Schrecken von Flucht, Vertreibung und Tod. Heute sind sie zwar nur eine kleine Schar, aber auch sie wissen um den Grund, der gelegt ist in Jesus Christus. Nur deshalb konnten sie überleben. In unserer heutigen freien Gesellschaft wird der Grund unseres Glaubens vielfach und auf mancherlei Weise in Frage gestellt. Jeder von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, kennt ablehnende Behauptungen und Argumente, wie sie verstärkt in den Medien dargestellt werden. Aber was haben wir eigentlich noch, wenn wir diesen Glauben an Jesus Christus verlassen? Was könnte uns sonst wohl retten?

Unser Glaube ist sehr persönlich, aber er ist nicht privat. Darum haben wir uns sehr darüber gefreut, dass wir Menschen aus unserer Partnergemeinde in Nikolaljev bei uns zu Gast haben durften. Menschen, die das gleiche Ziel haben, deren Leben aber von ihrer Umgebung und Mentalität her vielleicht etwas anders aussieht. Aber unser Glaube kennt keine Grenzen, wir wissen uns verbunden mit den Christen im fernen Nikolajev.

Vor uns liegt nun die Zeit der Gedenktage. Der Erntedank erinnert uns daran, für was wir alles zu danken haben. Das ist bei uns mehr als nur der Dank für Essen und Trinken. Am Volkstrauertag denken wir an die Betrübnisse in dieser Welt. Am Ewigkeitssonntag kommt die Frage auf uns zu, welche Grundlage unser Leben denn nun hat. Sind es vergängliche Dinge wie Glück und Ehre, Reichtum und Macht? Oder wissen wir – Sie und ich - um eine gute Zukunft in der Ewigkeit durch die Vergebung unserer Verfehlungen durch Jesus Christus? Dann stehen wir auf gutem Grund, so, wie unsere Eltern im Glauben ihn uns zeigen wollten.

Für die kommende dunkle Zeit wünsche ich Ihnen und mir dieses helle Licht in unserem Leben, damit wir den festen Boden des Glaubens unter unseren Füßen behalten.

Mit diesem Wunsche grüße ich Sie.
Ihr Hans-Dieter Klocke


Archiv der Andachten

Die Andachten der vergangenen Monate können Sie [hier] noch einmal nachlesen.



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