Liebe Leserin, lieber Leser,
der Sommer ist vorbei, unsere sommerlichen Veranstaltungen V
und Feiern sind Geschichte. Inzwischen denken wir an den
Erntedank, aber auch schon an unsere Gedenktage
Volkstrauertag V und Ewigkeitssonntag und damit an Zeit und
Ewigkeit. Wir schauen zurück auf den Besuch unserer
Freunde aus Nikolajev und das Jubiläum zum 70-jährigen
Bestehen unserer Kirchengemeinde. Wir hatten schöne,
segensreiche gemeinsame Stunden und Tage. T Aber was bleibt
uns davon? Was empfinden wir heute? Was glauben wir?
Unsere Kirchengemeinde wurde im Jahre 1939 gegründet. Es
waren schwere Zeiten, denn die praktizierenden Christen
sahen sich Verfolgungen und Verdächtigungen ausgesetzt.
Trotzdem T schlossen sich unsere Vorfahren im Glauben, die in
christlichen Vereinen und Singgemeinschaften tätig waren,
zusammen im Vertrauen auf das Wort Gottes. Als sie dann
später eine eigene Kirche
bauten, meißelten sie in den
Grundstein einen
Texthinweis T der Bibel: aus
„1. KOR 3,11“. Dort steht:
„Einen andern Grund kann
niemand legen als den, der
gelegt ist, welcher ist Jesus
Christus“. Es ist eine der
vielen Glaubensspuren der
Väter und Mütter unserer
Gemeinde, die heute noch erfahrbar sind.
Unserer Partnergemeinde, der Heilandsgemeinde in Nikolajev, Nikolajev
erging es schlechter: In ihrer 157-jährigen Geschichte hatte
sie unter der kommunistischen Herrschaft 70 Jahre lang so
etwas wie eine Wüstenwanderschaft zu überstehen. Zu der
Gewaltherrschaft Josef Stalins kamen in den Zeiten des
großen Krieges noch die Schrecken von Flucht, Vertreibung und
Tod. Heute sind sie zwar nur eine kleine Schar, aber auch sie
wissen um den Grund, der gelegt ist in Jesus Christus. Nur deshalb
konnten sie überleben.
In unserer heutigen freien Gesellschaft wird der Grund unseres
Glaubens vielfach und auf mancherlei Weise in Frage gestellt.
Jeder von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, kennt ablehnende
Behauptungen und Argumente, wie sie verstärkt in den Medien
dargestellt werden. Aber was haben wir eigentlich noch, wenn
wir diesen Glauben an Jesus Christus verlassen? Was könnte
uns sonst wohl retten?
Unser Glaube ist sehr persönlich, aber er ist nicht privat. Darum
haben wir uns sehr darüber gefreut, dass wir Menschen aus
unserer Partnergemeinde in Nikolaljev bei uns zu Gast haben
durften. Menschen, die das gleiche Ziel haben, deren Leben
aber von ihrer Umgebung und Mentalität her vielleicht etwas
anders aussieht. Aber unser Glaube kennt keine Grenzen, wir
wissen uns verbunden mit den Christen im fernen Nikolajev.
Vor uns liegt nun die Zeit der Gedenktage. Der Erntedank erinnert
uns daran, für was wir alles zu danken haben. Das ist bei
uns mehr als nur der Dank für Essen und Trinken. Am Volkstrauertag
denken wir an die Betrübnisse in dieser Welt. Am
Ewigkeitssonntag kommt die Frage auf uns zu, welche
Grundlage unser Leben denn nun hat. Sind es vergängliche
Dinge wie Glück und Ehre, Reichtum und Macht? Oder wissen
wir – Sie und ich - um eine gute Zukunft in der Ewigkeit durch
die Vergebung unserer Verfehlungen durch Jesus Christus?
Dann stehen wir auf gutem Grund, so, wie unsere Eltern im
Glauben ihn uns zeigen wollten.
Für die kommende dunkle Zeit wünsche ich Ihnen und mir dieses
helle Licht in unserem Leben, damit wir den festen Boden
des Glaubens unter unseren Füßen behalten.
Mit diesem Wunsche grüße ich Sie.
Ihr Hans-Dieter Klocke