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Andacht August/September 2010

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn Sie diesen Gemeindebrief bekommen, befinden wir uns in Nordrhein-Westfalen mitten in den Schulferien. Hoffentlich haben Sie Gelegenheit, sich zu erholen und den Sommer zu genießen. In der ruhigen Sommerzeit kommt mancher vielleicht dazu, sich über das eine oder andere Gedanken zu machen, wofür wir sonst oft betriebsblind sind. Ich möchte heute einmal das Thema des „Redens über Gott“ bzw. des „Gebrauchs des Gottesnamens“ ansprechen.

Beim Thema „Gebrauch des Gottesnamens“ haben viele Leute langjährige Gewohnheiten. Die einen benutzen den Namen Gottes sehr verantwortungsbewusst; sie reden nur von Gott, wenn sie auch Gott meinen. Andere aber haben sich angewöhnt, auch dann „o Gott“ zu sagen, wenn sie eigentlich nur „o Schreck“ meinen. Es gibt sogar Leute, die von „Gott“ reden, wenn sie eigentlich schimpfen oder fluchen wollen. Dass „o je“ etwas mit Jesus zu tun hat, ist manchem vielleicht gar nicht einmal bekannt. Ebenso wenig denken manche über die Verballhornisierungen des Gottesnamens nach. „Igitt“ oder „Potzblitz“ – auch darin steckt der Name Gottes, nur eben in abgenutzter Form.

Oder kennen Sie eine der häufigsten Antworten auf die Frage „Wie geht es dir?“ Da wird dann dreimal auf den Tisch geklopft und hinzugefügt: „t…-t…-t…!“ (Sie wissen schon, was ich meine.) Hier handelt es sich um ein altes Ritual unter Nennung des Teufelsnamens. Dabei wird der Name Gottes durch den Namen des Gegenspielers ersetzt. Ich spreche von dieser Sache deshalb, weil ich das „t…-t…-t…“ ziemlich oft höre und es mich jedes Mal sehr stört.

Jesus sagt in der Bergpredigt: „Eure Rede aber sei : ja, ja, nein, nein. Was darüber ist, das ist von Übel.“ (Matthäusevangelium 5, 37). Wir brauchen weder den Namen Gottes noch irgendein anderes Ritual als Unterstützung dessen, was wir sagen wollen. Ja, mehr als das: Gott verbietet es im 3. Gebot ausdrücklich und streng, seinen Namen in dieser Weise zu missbrauchen. Wenn wir etwas mitteilen wollen, genügt eine klare Aussage. Unser Reden soll eindeutig sein, auch ohne gewohnheitsmäßige halbreligiöse Beteuerungen dieser Art.

Vielleicht haben Sie von der Andacht in der Ferienausgabe von „Wir in S.“ etwas anderes erwartet? Ich denke, belanglose Betrachtungen, die niemanden wirklich betreffen und deshalb auch keinem wehtun, helfen niemandem weiter. Beim Namen Gottes geht es ums Eingemachte: Um unsere aufrichtige Beziehung zu dem lebendigen Gott. Und hat es nicht Sinn, gerade in den Sommerferien über die Beziehung zu diesem Gott nachzudenken – und dabei auch die eigenen Sprechgewohnheiten zu überdenken?

Ihnen noch gute, wirklich entspannte Ferientage!

Ihr Pastor Jörn Schendel


Archiv der Andachten

Die Andachten der vergangenen Monate können Sie [hier] noch einmal nachlesen.



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