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Andacht Febrauar / März 2011

Liebe Leserin, lieber Leser,

nach Weihnachten wurde im Fernsehen der große Filmzweiteiler über den Kirchenvater Augustinus übertragen. Seine Lebensgeschichte ist faszinierend. Er lebte um 400 n. Chr. Geboren wurde er in Nordafrika. Augustinus hat in seinem Leben vieles ausprobiert. Er wurde mit gerade einmal 17 Jahren Vater eines Kindes, war Professor der Redekunst (Rhetorik), wirkte unter anderem am kaiserlichen Hof und versuchte es mit allen möglichen religiösen und philosophischen Strömungen. Mit 32 Jahren wurde er in Mailand unter dem Einfluss eines gelehrten Bischofs Christ. Augustinus bekannte in seinen Lebenserinnerungen („Bekenntnissen“), dass seine Seele so lange unruhig war, bis sie in Gott Ruhe gefunden hatte.

Haben Sie vielleicht auch schon unruhige Menschen kennen gelernt, die irgendwann zur Ruhe fanden? - Von Leuten, die nicht mehr die Jüngsten und daher nicht mehr so streitbar sind wie früher, sagen wir: „Er /sie ist ruhiger geworden“. - Andere Leute haben in ihrem Leben ein einschneidendes Erlebnis, finden z. B. den Partner, der zu ihnen passt; und wir sagen: „Er / sie ist endlich zur Ruhe gekommen!“ – Die Sache mit Ruhelosigkeit und innerer Ruhe kennen wir vielleicht auch aus der Erfahrung mit uns selbst. Als ich vor ein paar Jahren innerhalb von zwei Wochen eine Rucksack-Reise durch sieben europäische Länder machte, sagte mir eine Bekannte: „Findest du das nicht ein bisschen ruhelos?“ Wahrscheinlich hatte sie Recht. Auch bei unseren Reiseplänen kann sich Ruhelosigkeit einschleichen. Wie kommen wir zur Ruhe?

Augustinus fand Ruhe in der Begegnung mit Gott. Mit Sicherheit kannte er den Vers aus Psalm 62, Vers 6, der im März 2011 auch unser Monatsspruch ist: „Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe; denn von ihm kommt meine Hoffnung.“ Aus dieser neu gewonnenen Ruhe heraus hat Augustinus viele wichtige Dinge tun können. Er wurde Bischof in Hippo Regius (in Nordafrika), wurde einer der wichtigsten Lehrer der frühen christlichen Kirche und einer der bedeutendsten Theologen aller Zeiten. – Ruhe für die Seele: Das ist Musik in den Ohren vieler Menschen gerade auch in unserer stressigen Zeit. Beruf, Familie, vielleicht Ehrenamt, Haus und Garten: Manche Leute bringt dieses Lebensprogramm an den Rand ihrer Kräfte – Frauen und Männer. Was für ein Neuanfang wäre es, wenn wir das alles in größerer Ruhe angehen könnten! – Ruhe für die Seele: Das kann auch Musik sein in den Ohren vieler Leute, die sich schon so lange bemühen, ihr Leben zu verändern. Immer neue Versuche, Zigaretten und Alkohol wegzulassen; immer neue Versuche, ein besserer Vater, ein besserer Ehemann (oder Mutter / Ehefrau) zu sein: Wann werden wir nach allen diesen Anstrengungen endlich zur Ruhe kommen?

Zur Ruhe kommen heißt, Anschluss zu finden an den Ursprung, von dem wir herkommen. Wir sind geschaffen von Gott; also brauchen wir auch den Anschluss an ihn – in diesem Leben und eine Ewigkeit lang. Es ist wie bei einem drahtlosen Telefon oder einem Handy: Ohne, dass es regelmäßig ans Stromnetz angeschlossen und aufgeladen wird, kann es nicht funktionieren. Wir Menschen funktionieren nur mit Gott; ohne Gott sind wir bald ohne „Saft und Kraft“. Nur mit Gott gelangen wir dorthin, wohin wir gehören. Bei ihm – bei unserem Schöpfer - sind wir zu Hause. Das macht ruhig; das bringt Frieden; das gibt Gelassenheit; das lässt hoffen auf sinnvolles, erfülltes und ewiges Leben.

„Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe; denn von ihm kommt meine Hoffnung.“ Dieser Monatsspruch wirft uns auf den zurück, der sich uns überhaupt erst ausgedacht hat. Zur Ruhe kommen – Gelassenheit kennen lernen – bei Gott Frieden finden: Wäre das - Anfang Februar - für Sie noch ein guter Wunsch zum neuen Jahr? Ich wünsche ihnen diese Ruhe!

Ihre Pastor Jörn Schendel


Archiv der Andachten

Die Andachten der vergangenen Monate können Sie [hier] noch einmal nachlesen.



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