Über die Ökumene in Deutschland kann
man ja sagen was man will, aber wetterfest
ist sie! Und dies in mehrfacher
Hinsicht: Denn etwa 200.000 Dauerteilnehmer
unterschiedlicher Konfessionen
reisten vom 12. bis 16. Mai trotz schlechten
Wetters zum 2. Ökumenischen
Kirchentag nach München. Bei Kälte
besuchten 300.000 Teilnehmer die
Auftaktveranstaltung "Abend der
Begegnung" in der Innenstadt. Auf etwa
zwanzig Bühnen wurde ein vielfältiges
Musikprogramm dargeboten. An 200
Ständen konnten die Besucher unterschiedliche
kulinarische Köstlichkeiten
probieren. Während des Wochenendes
feierten, sangen, diskutierten und beteten
die Teilnehmenden auf über 3000
Veranstaltungen.
Doch auch in anderer Hinsicht erwies sich
die Ökumene als wetterfest: Denn aufgrund
der sich häufenden Missbrauchsvorwürfe
gegen die katholische Kirche
nimmt nicht nur dort, sondern auch in der
evangelischen Kirche die Zahl der
Austritte zu. Die Ausgangslage für diese
beiden Kirchen ist also eher mäßig.
Zudem wurde im Vorfeld des Kirchentages
die Kritik laut, dass erneut kein
gemeinsames Abendmahl stattfand. Aus
orthodoxer, katholischer und evangelischer
Kirche war zu hören, dass zunächst
dogmatische Differenzen zu klären seien.
So wurde unter Federführung der orthodoxen
Kirche ein gemeinsames Essen in
der Innenstadt veranstaltet, bei der
gesegnetes Brot verspeist wurde. Bei der
Vielfalt der in München vertretenen
Konfessionen wurde deutlich: Die Einheit
der Christen wird nicht durch eine
erzwungene Einheitlichkeit herbeizuführen
sein.
Eine Fortsetzung der Ökumenischen
Kirchentage wird von allen beteiligten
Kirchen gewünscht. Wann der nächste
stattfindet, ist aber unklar. Doch bereits
im nächsten Jahr findet der 33.
Evangelische Kirchentag vom 1. bis 5. Juni
in Dresden statt. Die herzliche Einladung
richtet sich auch an Mitglieder anderer
Konfessionen. 2012 lädt der Katholikentag
nach Mannheim ein.
matthias schalk